Eine Analyse über digitale Einflussnahme, radikalisierende Medienökosysteme und die schleichende Erosion der faktenbasierten Debattenkultur.
Titel:
„Digitale Gehirnwäsche: Die stille Gefahr für Meinungsfreiheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Resilienz“
Untertitel:
Wie Alternativportale, Influencer-Netzwerke und ausländische Narrative die deutsche Öffentlichkeit spalten – und was die Politik jetzt wissen muss
Executive Summary
Titel:
Zersetzte Öffentlichkeit – Wie Desinformationsnetzwerke und Alternativmedien die Meinungsbildung in Deutschland systematisch untergraben
Empfänger:
Staatsminister für Digitalisierung und Staatsminister Medienpolitik
Ausgangslage:
In den letzten zehn Jahren hat sich in Deutschland eine alternative Medienlandschaft etabliert, die mit hoher Reichweite und professioneller Aufmachung ein verzerrtes Bild von Politik, Medien, Wissenschaft und Gesellschaft vermittelt. Diese Medien – etwa Tichys Einblick, Achse des Guten, Compact, KenFM/Apolut, Auf1, Epoch Times u. a. – bedienen gezielt Emotionen, Ängste und Misstrauen. Ihr Einfluss auf politische Meinungsbildung, Wahlverhalten und das gesellschaftliche Klima ist heute messbar – und wächst weiter.
Zentrale Erkenntnisse:
- Desinformation mit System: Viele dieser Plattformen verbreiten bewusst falsche oder irreführende Inhalte (z. B. zu Migration, Klimawandel, Corona, Ukrainekrieg), die sich rasant auf sozialen Medien verbreiten. Faktenchecks zeigen eine hohe Quote an Verzerrungen, Kontextbrüchen und Emotionalisierung.
- Ideologische Unterwanderung: Hinter den Portalen stehen oft rechte, rechtslibertäre oder verschwörungsideologische Akteure mit klarer politischer Agenda. Einige sind laut Verfassungsschutz als extremistisch eingestuft (z. B. Compact).
- Vernetzung mit Einflussnetzwerken: Es bestehen enge Verbindungen zu ausländischen Akteuren (v. a. Russland, USA, Falun Gong/China) sowie Überschneidungen mit sektenähnlichen Strukturen, Esoterik und Finanzbetrugsmodellen (Krypto, Gold, Survival-Produkte).
- Demokratiegefährdende Wirkung: Die Portale fördern Misstrauen in Demokratie, Medien und Wissenschaft. Sie sind maßgeblich an der Polarisierung, Radikalisierung und Fragmentierung der Gesellschaft beteiligt. Besonders betroffen: junge Menschen auf TikTok & Telegram sowie verunsicherte Bürger in Krisenzeiten.
- Parallelöffentlichkeit mit Echoeffekt: Influencer, Ex-Medienprofis, Politiker (v. a. AfD-nahe) und „freie Journalisten” bilden ein vernetztes Ökosystem, das über Podcast, YouTube, Telegram & alternative Plattformen seine Reichweite täglich steigert.
Dringlicher Handlungsbedarf:
- Monitoring & Analyse stärken: Systematische Beobachtung alternativer Mediennetzwerke in Zusammenarbeit mit BpB, Correctiv, CeMAS, Verfassungsschutz und EU-Institutionen.
- Digitale Resilienz fördern: Aufbau von Bildungsangeboten zur Medienkompetenz in Schule, Verwaltung, Polizei & Justiz (Stichwort: „Demokratie-Firewall”).
- Regulierung & Plattformverantwortung: Prüfung digitaler Mindeststandards für Transparenz, Finanzierung & algorithmische Verbreitung von Desinformation auf Plattformen (z. B. Telegram, Rumble).
- Strategische Kommunikation ausbauen: Proaktive Aufklärungskampagnen, Gegennarrative & Vertrauenskommunikation auf Augenhöhe – auch in bislang vernachlässigten digitalen Räumen.
Fazit:
Deutschland steht vor einer schleichenden Erosion der faktenbasierten Öffentlichkeit. Wenn demokratische Institutionen nicht zeitnah, koordiniert und strukturiert reagieren, wächst eine parallele Realität weiter, die das Fundament unserer freiheitlichen Ordnung untergräbt. Die digitale Demokratie braucht Schutz – und einen Plan.
Hier eine umfassende Analyse zusammen über die ideologischen, wirtschaftlichen und strukturellen Hintergründe von alternativen Medienportalen wie
– Tichys Einblick,
– Achgut,
– Compact (Elsässer),
– Der Weg,
sowie potenzielle Verbindungen zu sektenähnlichen Dynamiken, Finanzinteressen, ausländischer Einflussnahme und ihren Einfluss auf das gesellschaftliche Klima und Wahlverhalten.
Analyse der alternativen Medienportale im deutschsprachigen Raum
Übersicht: In dieser Analyse werden einige prominente „Alternativmedien” in Deutschland und im weiteren deutschsprachigen Raum untersucht – insbesondere Tichys Einblick, Die Achse des Guten (Achgut), das Compact-Magazin, sowie weitere Plattformen wie KenFM/Apolut, NuoViso, Der Weg, Der Wahrheitskanal u.a. Behandelt werden ihre ideologischen Ausrichtungen, Verbindungen zu sektenähnlichen, finanziellen oder ausländischen Netzwerken, Strategien zur Reichweitensteigerung, gesellschaftliche Wirkung sowie persönliche Netzwerke und die Einordnung durch seriöse Quellen. Aktuelle Studien und Recherchen zeigen, dass solche Parallelmedien erheblichen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung ausüben (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin) ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ), obwohl sie oft Desinformation und Verschwörungsmythen verbreiten. Im Folgenden werden die genannten Plattformen strukturiert analysiert. Einleitend bietet Tabelle 1 einen Überblick.
Portal / Medium | Betreiber / Gründung | Selbstbild | Tatsächliche Ausrichtung |
---|---|---|---|
Tichys Einblick | Roland Tichy (gegr. 2014) | „liberal-konservatives Meinungsmagazin” () | Rechtskonservativ, marktradikal, klimawandelskeptisch, migrationskritisch; teils AfD-nah (Roland Tichy – Lobbypedia). |
Achse des Guten (Achgut) | Henryk M. Broder u.a. (seit 2004) | „unabhängiges Denken“, jenseits Rechts-Links (Die Achse des Guten – Wikipedia) | Neurechts orientierter Blog (Die Achse des Guten – Wikipedia), islam- & migrationskritisch, klima-skeptisch (Die Achse des Guten – Wikipedia). |
Compact-Magazin | Jürgen Elsässer (gegr. 2010) | „Magazin für Souveränität” | Rechtsextremistisch (völkisch-nationalistisch, antisemitische & islamfeindliche Inhalte) (»Compact«: Verfassungsschutz stuft Magazin als gesichert extremistisch ein – DER SPIEGEL); verschwörungsorientiert, pro-russisch. |
KenFM / Apolut | Ken Jebsen (KenFM, seit ca. 2011; Apolut seit 2022) | „freie Medienplattform” | Verschwörungsideologisch, systemfeindlich, häufig anti-westlich (NATO/USA-kritisch) und pseudowissenschaftlich (z.B. Corona-Leugnung). |
NuoViso | Frank Höfer (ca. seit 2008) | „alternativer Infokanal” | Verschwörungsplattform mit Esoterik und Pseudowissenschaft; Verbreitung von QAnon-nahen Narrativen, Anti-Impf- und UFO-Themen (YouTube bis 2020, dann alternativ). |
Weitere (Beispiele) | z.B. Der Weg, Der Wahrheitskanal, Auf1, Epoch Times | – | Variiert: teils rechtsextrem (z.B. Auf1), teils sektennah (z.B. Epoch Times der Falun-Gong-Sekte), meist „Querdenker”-/QAnon-geprägt mit extremen Verschwörungsthesen. |
(Tabelle 1: Profilübersicht ausgewählter Alternativmedienportale.)
Ideologische Ausrichtung der Portale
Tichys Einblick (TE): Das von Ex-„Wirtschaftswoche”-Chefredakteur Roland Tichy betriebene Portal präsentiert sich selbst als „liberal-konservatives Meinungsmagazin” (). Tatsächlich hat sich Tichy in den letzten Jahren jedoch von marktradikal-liberalen Positionen hin zu rechtskonservativen und national-liberalen Ansichten entwickelt (Roland Tichy – Lobbypedia) (Roland Tichy – Lobbypedia). TE publiziert regelmäßig migrations- und islamkritische Beiträge, warnt vor „links-grünen Meinungsdiktaturen” und leugnet oder verharmlost den menschengemachten Klimawandel (Roland Tichy – Lobbypedia) (Die Achse des Guten – Wikipedia).
So gilt Roland Tichy als einer der hartnäckigsten Klimawandelleugner Deutschlands (Roland Tichy – Lobbypedia). Mehrfach geriet TE wegen Hetzartikeln und Falschbehauptungen in die Kritik. Beispielsweise wurde 2017 in einem Gastbeitrag „grün-linken Gutmenschen” pauschal eine „geistig-psychische Krankheit” unterstellt (Nach angekündigtem Rückzug – Tichys Problem ist nicht die Erhard-Stiftung) (Nach angekündigtem Rückzug – Tichys Problem ist nicht die Erhard-Stiftung). Der Deutschlandfunk attestiert Tichy und seinen Autoren, unsauber zu arbeiten – Meinung zähle oft mehr als Fakten; mehrere Texte basierten auf grob fehlerhafter Recherche oder Verdrehungen (Nach angekündigtem Rückzug – Tichys Problem ist nicht die Erhard-Stiftung). So verbreitete TE etwa 2016 fälschlich, ein abgesagter Karnevalszug sei nicht wegen Sturms, sondern aus Angst vor einem Anschlag abgesagt worden, und stellte 2017 die evangelische Bischöfin Käßmann durch verzerrtes Zitieren als „Rassistin” dar (Nach angekündigtem Rückzug – Tichys Problem ist nicht die Erhard-Stiftung).
Diese ideologische Stoßrichtung – Anti-Merkel, Anti-„Gutmenschen”, migrationsfeindlich und wissenschaftsskeptisch – verortet Tichys Einblick klar im neuen rechten Spektrum, trotz betonter eigener Neutralität. Der Spiegel bezeichnete TE gar als Plattform für „Salonhetzer” gegen Kanzlerin Merkel (Roland Tichy – Lobbypedia). Tichy selbst pflegt Verbindungen ins national-konservative Milieu und kooperierte 2017 beispielsweise an einer AfD-nahen Kampagne gegen Käßmann (Roland Tichy – Lobbypedia). Sein Portal fungiert somit als Teil der neurechten Gegenöffentlichkeit.
Achse des Guten (Achgut): Der Blog von Henryk M. Broder und Mitstreitern startete 2004 ursprünglich mit liberal-konservativem, pro-westlichem Anspruch (pro-amerikanisch und israelfreundlich) (Die Achse des Guten – Wikipedia). Über die Jahre driftete Achgut jedoch zunehmend nach rechts außen. Bereits 2009 stellte die FAZ fest, die Autoren hätten sich „die Anliegen der amerikanischen Neocons auf die Fahnen geschrieben” – mit „ziemlich rabiatem Antiislamismus” und zahlreichen klimawandelskeptischen Beiträgen (Die Achse des Guten – Wikipedia). Infolge wachsender islamfeindlicher Tendenzen stieg 2015 sogar Mitbegründer Michael Miersch aus und kritisierte die „unerträgliche Islamophobie” auf der Achse (Die Achse des Guten – Wikipedia). Seitdem sympathisieren manche Achgut-Autoren offen mit Pegida, ziehen ein entsprechendes Publikum an und das Blog habe mit der einst weltoffenen Haltung „kaum mehr Gemeinsamkeiten” (Die Achse des Guten – Wikipedia). Externe Analysen ordnen Die Achse des Guten heute eindeutig der Neuen Rechten zu. So urteilte Medienwissenschaftler Lutz Frühbrodt 2017, Achgut stehe „auf Seiten der politischen Rechten” und übe „vor allem Kritik am Islam, an der Linken und an (vermeintlich linken) Medien”, oft mit einem marktradikalen Unterton (Die Achse des Guten – Wikipedia). 2020 bezeichnete Roger de Weck Achgut als „bekanntesten neurechten Blog” (Die Achse des Guten – Wikipedia).
Auch gerichtlich wurde Broders Geschäftsmodell als von „Hetze und Falschbehauptungen” geprägt eingestuft – eine Äußerung der Politikerin Claudia Roth hierüber wurde vom OLG Dresden 2020 als von einem „wahren Tatsachenkern” gedeckt bewertet (Die Achse des Guten – Wikipedia). Damit steht Achgut ideologisch für eine rechtslibertäre bis rechts-populistische Linie, stark anti-islam, anti-„Political Correctness” und klimaleugnerisch. Eine Studie der Amadeu-Antonio-Stiftung nennt Achgut explizit „islamophob” und sieht personelle Nähe zur extremen Identitären Bewegung ().
Compact-Magazin: Das von Jürgen Elsässer herausgegebene Monatsmagazin Compact hat sich seit seiner Gründung 2010 radikalisiert zu einem Sprachrohr der äußersten Rechten (Compact-Magazin: Muss der Staat seine Feinde schützen? | tagesschau.de). (»Compact«: Verfassungsschutz stuft Magazin als gesichert extremistisch ein – DER SPIEGEL)
Compact propagiert inhaltlich völkisch-nationalistisches Gedankengut, rassistische Verschwörungsmythen und extreme Fremdenfeindlichkeit. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft Compact seit 2021 als „erwiesen rechtsextremistische Bestrebung” ein (»Compact«: Verfassungsschutz stuft Magazin als gesichert extremistisch ein – DER SPIEGEL). Laut Verfassungsschutz trägt das Magazin „Positionen in die Öffentlichkeit, die eindeutig als völkisch-nationalistisch sowie minderheitenfeindlich zu bewerten sind” und enthalte „wiederholt antisemitische Verschwörungsmythen und islamfeindliche Motive” (»Compact«: Verfassungsschutz stuft Magazin als gesichert extremistisch ein – DER SPIEGEL).
Beispielsweise agitierte Compact mit Titelthemen gegen Merkel (als „kriminelle Kanzlerin” oder „Mutti Multikulti”) und verbreitete die völkische Parole „Deutschland den Deutschen” (siehe Bild). Elsässer, einst linker Journalist, schlägt heute Töne der Neuen Rechten und eines Querfront-Nationalismus an: Das Magazin bedient pro-russische Narrative, verherrlichte lange Putin als Wahrer konservativer Werte und verbreitet NATO-feindliche Propaganda. Im Bundestagswahlkampf wirbt Compact offen für die AfD (Compact-Magazin: Muss der Staat seine Feinde schützen? | tagesschau.de).
Die Sicherheitsbehörden sehen in Compact einen Knotenpunkt zur Vernetzung der rechtsextremen Szene (Compact-Magazin: Muss der Staat seine Feinde schützen? | tagesschau.de).
2023 versuchte das Bundesinnenministerium, Compact samt seinem Verlag als verfassungsfeindlich zu verbieten (Compact-Magazin: Muss der Staat seine Feinde schützen? | tagesschau.de).
Das Verfahren läuft noch gerichtlich – vorerst darf das Heft weiter erscheinen (Compact-Magazin: Muss der Staat seine Feinde schützen? | tagesschau.de). Die ideologische Ausrichtung ist klar anti-demokratisch, autoritär-nationalistisch und verschwörungsideologisch (u.a. mit antiamerikanischen und antisemitischen Untertönen).
KenFM / Apolut: Unter dem früheren RBB-Moderator Ken Jebsen (bürgerlich Kenan S.), der 2011 wegen antisemitischer Äußerungen entlassen wurde, entstand KenFM als Online-Kanal.
KenFM (seit 2022 umbenannt in Apolut) präsentiert sich als unabhängiges „Friedens- und Freiheitsmedium”, ist de facto jedoch ein zentraler Hub der Verschwörungsideologen in Deutschland. Inhaltlich vertrat Jebsen früh 9/11-Verschwörungstheorien, impfte seinen Zuhörern eine generelle Skepsis gegen „Mainstream” und „Lügenpresse” (Gedankenimpufung und Immunisierung –> deshalb ist Prepunking so verddammt wichtig)
ein und propagierte wiederholt antiamerikanische und antiisraelische Narrative.
Spätestens mit der Corona-Pandemie radikalisierte sich KenFM zu einem der lautesten Corona-Leugner und Anti-Impf-Portale (Stichwort: „Plandemie”).
Es verbreitete Desinformationen zu COVID-19 und rief teils zu Protest auf.
Jebsen/Apolut beziehen sich häufig wohlwollend auf russische Positionen – etwa wurde die Annexion der Krim relativiert und NATO/EU als Aggressoren dargestellt. KenFM arbeitete inhaltlich nahe am russischen Staatssender RT DE; während der Querdenker-Proteste wurde wechselseitig positiv Bezug genommen ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ).
Ideologisch vereint KenFM/Apolut Elemente aus linken Anti-Imperialismus-Resten und rechter Systemfeindlichkeit (eine typische Querfront-Mixtur).
Antiwestliche Verschwörungserzählungen („US-Geheimeliten steuern die Welt”) gehen Hand in Hand mit esoterischen und pseudowissenschaftlichen Inhalten – z.B. wurden alternative Medizin und spirituelle Weltdeutungen propagiert, um das Narrativ einer „alternativen Wahrheit” zu stützen (). KenFM wurde Ende 2020 wegen Verstößen gegen Richtlinien von YouTube verbannt (Youtube verbannt Ken Jebsen („KenFM“) – Meedia.de), woraufhin Jebsen verstärkt auf eigene Plattformen und Telegram auswichen (siehe Abschnitt Reichweite). Insgesamt ist Apolut ein verschwörungsideologisches Multimedia-Portal mit anti-demokratischem Einschlag (Jebsen sprach vom „Merkel-Regime” etc.) und starker Russland-Sympathie, das gezielt Misstrauen in Demokratie und Wissenschaft schürt.
NuoViso: Dieses in Leipzig ansässige Portal startete als YouTube-Kanal für „alternative Dokumentationen”.
NuoViso deckt ein breites Spektrum an Konspirationsthemen ab – von UFO-Theorien über „Geheimwissen” der Pyramiden bis zu recht aktuellen Polit-Verschwörungen. Es diente als Frühverbreiter von QAnon-Videos im deutschsprachigen Raum (z.B. das berüchtigte „Fall der Kabale”-Video), pushte Chemtrail- und 5G-Angst und mischte sich in die Corona-Protest-Szene ein, indem es Redner der Querdenker streamte. Auch esoterische und pseudowissenschaftliche Inhalte finden Platz: NuoViso lud etwa selbsternannte „freie Energie”-Erfinder oder Geistheiler ein. Der ideologische Grundtenor ist populistisch und systemfeindlich: Regierungen werden als tyrannisch dargestellt, die „Schulmedizin” als bösartig, Mainstream-Medien als gesteuert usw. Politisch schlägt der Kanal zuletzt pro-russische Töne an (Ukrainekrieg als inszeniert) und zeigt offene Demokratieskepsis. 2020 wurde NuoVisos Hauptkanal von YouTube wegen Desinformation gesperrt, seither setzt man auf eigene Server und alternative Videoplattformen. Zusammengefasst ist NuoViso ideologisch verschwörungsideologisch mit starker Neigung zu esoterisch-rechtsextremen Querfronttheorien.
Weitere Beispiele: In diesem Milieu existieren zahlreiche weitere Plattformen mit ähnlicher Ausrichtung. Der Weg und Der Wahrheitskanal sind weniger bekannte Namen, stehen aber sinnbildlich für kleinere Telegram-Kanäle oder Video-Blogs, die meist noch radikalere Thesen vertreten (oft eng verwoben mit der QAnon-Bewegung oder Reichsbürger-Szene). Auf1 (Österreich) sei erwähnt, weil es im deutschen Sprachraum stark rezipiert wird: der Internet-TV-Sender von Stefan Magnet (einem früheren Rechtsextremisten) verbreitet stramm impfgegnerische, islamfeindliche und antisemitische Inhalte und vernetzt sich mit deutschen Akteuren (Auf1 sendet z.B. Beiträge über Compact, Apolut etc.) (Dubios, antisemitisch, selbstverherrlichend – die Welt der sog. Alternativmedien – ISD-GERMANY). Ein interessanter Sonderfall ist die Epoch Times Deutschland – formell kein rechtsextremes Projekt, aber ein „Alternativmedium”, das von der sektenartigen Falun-Gong-Bewegung betrieben wird. Epoch Times verbreitet Corona-, Anti-Grünen- und Pro-Trump-Propaganda und reiht sich damit ebenfalls in die Riege der alternativen Medienportale ein, mit einer Mischung aus spirituellem Hintergrund (Falun Gong) und verschwörungsideologischem Inhalt. Generell teilen all diese Portale – ob groß wie Compact oder klein wie Der Wahrheitskanal – den Habitus des „Widerstandsmediums” gegen ein vermeintlich korruptes Establishment. Ihre Ideologien reichen von rechtslibertär (Markus Krall’s Atlas-Initiative-Umfeld, teils bei Achgut/TE präsent) über rechtspopulistisch/neurechts (Achgut, Tichy) bis hin zu offen rechtsextrem, antiwestlich und demokratiefeindlich (Compact, einige Telegram-Kanäle). Verschwörungsglauben und Wissenschaftsfeindlichkeit sind dabei ein verbindendes Element.
Verbindungen zu sektenähnlichen Bewegungen, Finanznetzwerken und ausländischer Einflussnahme
Sektenähnliche und esoterische Strömungen
In der Szene der Alternativmedien zeigt sich eine bemerkenswerte Überschneidung mit esoterisch-spirituellen Bewegungen. Insbesondere die „Querdenker”-Proteste brachten Anhänger unterschiedlichster Weltanschauungen zusammen – von Impfgegnern über Reichsbürger bis hin zu rechtsesoterischen Gruppen, die an Reinkarnation, Anthroposophie oder fernöstliche Mystik glauben (Im Kampf gegen die Neue Weltordnung) (Im Kampf gegen die Neue Weltordnung). Diese scheinbar disparaten Strömungen vereint ein tiefes Misstrauen gegenüber staatlichen und wissenschaftlichen Institutionen. Alternativmedien knüpfen hier gezielt an: Sie bieten Inhalte an, die beispielsweise Schulmedizin und etablierte Wissenschaft ablehnen und stattdessen „alternative Medizin” oder „alternative Wissenschaft” propagieren (). Damit sprechen sie ein Publikum an, das für esoterische Erzählungen empfänglich ist. Viele Impfgegner etwa begründen ihre Haltung mit „ganzheitlichen” oder spirituellen Überzeugungen – Alternativportale verstärken diese mit Artikeln über angebliche Gefahren der Schulmedizin und Interviews mit Wunderheilern.
Ein konkretes Beispiel ist die Kampagne gegen die Corona-Impfung: Hier bedienten sich Portale wie Apolut, NuoViso und diverse Telegram-Kanäle eines pseudo-spirituellen Narrativs, wonach die Impfung „die Seele” schädige oder Teil eines finsteren Rituals sei. Solche Thesen fanden Resonanz bei Esoterik-Anhängern und Anthroposophen, die in der Pandemie plötzlich Seite an Seite mit Rechtsextremen protestierten (Im Kampf gegen die Neue Weltordnung) (Im Kampf gegen die Neue Weltordnung). Die hohe Anschlussfähigkeit rechtsesoterischer Überzeugungen an Verschwörungsdenken ist laut Experten kein Zufall – beide speisen sich aus einem antimodernen, antiaufklärerischen Weltbild () (). Der Schulterschluss zeigt sich auch personell: Führende Köpfe der Reichsbürger-Gruppe, die 2022 einen Staatsstreich plante, waren tief in esoterischen Weltbildern verhaftet (eine Astrologin sollte gar ein „Amt für Transkommunikation” übernehmen) (Im Kampf gegen die Neue Weltordnung).
Zahlreiche Alternativmedien bieten zudem Plattformen für sektenähnliche Gemeinschaften: So finden Vorträge der Anastasia-Bewegung (einer völkisch-esoterischen Siedlungssekte) oder der Organischen Christus-Generation (Sektenführer Ivo Sasek, Betreiber von Klagemauer.TV) in diesen Kreisen ein Publikum. Auch wenn nicht jedes genannte Portal direkt von einer Sekte betrieben wird, überschneiden sich die Milieus stark. Die Epoch Times etwa basiert auf Falun Gong, einer sektenartigen religiösen Bewegung, und verbreitet esoterische Weltdeutungen (z.B. Schicksalsglauben) zusammen mit Verschwörungsmythen. Rechtsesoterik ist auf dem Vormarsch und Alternativmedien fungieren als Verstärker: Sie normalisieren Begriffe wie „Energie-Schwingungen” im politischen Diskurs oder laden spirituelle „Coaches” ein, um gesellschaftliche Probleme mystisch zu erklären. Dadurch werden sektenhafte Denkmuster (eine strikte Freund-Feind-Sicht, apokalyptisches Denken, Heilsversprechen außerhalb der „Schulwelt”) in breitere Bevölkerungsschichten getragen (Im Kampf gegen die Neue Weltordnung) (Im Kampf gegen die Neue Weltordnung).
Zusammenfassend lässt sich sagen: Alternativmedien und sektenartige/spirituelle Bewegungen bilden teils symbiotische Netzwerke. Die Portale nutzen die Reichweite und Hingabe esoterischer Gemeinschaften, um ihre (oft rechtsideologischen) Botschaften zu verbreiten, während die Sekten ihrerseits vom politischen Verschwörungsdiskurs profitieren, der neue Anhänger bringt. Diese Vermischung verstärkt insgesamt die Abkehr von rationalem Diskurs und bereitet den Boden für Radikalisierung (siehe Wirkung).
Finanzielle Netzwerke und betrugsanfällige Geschäftsmodelle
Da viele Alternativportale von etablierten Finanzierungswegen (Werbung, Vertrieb) abgeschnitten sind oder diese bewusst meiden, haben sich in diesem Milieu eigene Finanzierungs- und Geschäftsstrukturen entwickelt. Einige davon weisen Verbindungen zu fragwürdigen Finanzprodukten und Scams (Betrugsmodellen) auf:
- Spenden in Kryptowährungen: Nachdem Zahlungsdienstleister wie PayPal, Banken oder Patreon einzelnen Verschwörungsmedien die Plattform entzogen, wichen diese verstärkt auf anonyme Kryptowährungen aus. Eine Studie der NGO EU Disinfo Lab (Brüssel) deckte 2022 auf, dass Desinformations-Websites beträchtliche Summen an Krypto-Spenden erhielten (Krypto-Geld finanziert Fake News: Kryptisch). So gehörten KenFM/Apolut und andere impfgegnerische Seiten (etwa „KaiserTV”) zu den beobachteten Angeboten, die aktiv Bitcoin & Co. als Spendenmittel nutzen (Krypto-Geld finanziert Fake News: Kryptisch). Die Beträge reichen von kleinen Summen bis über 2 Millionen Euro pro Portal (Krypto-Geld finanziert Fake News: Kryptisch). Kryptowährungen bieten den Vorteil der Anonymität und Ungerührbarkeit durch Sperrungen – sie sind jedoch auch anfällig für Missbrauch. Alternativmedien können damit inoffizielle Finanzströme generieren, die sich jeglicher Kontrolle entziehen. KenFM z.B. warb offensiv um Bitcoin-Spenden und soll laut Tagesspiegel kräftig davon profitiert haben (Krypto-Geld finanziert Fake News: Kryptisch). Diese Finanzierungsart hat eine Schattenwirtschaft rund um Desinformation entstehen lassen, die schwer nachzuverfolgen ist.
- Werbung für Gold, Sachwerte und dubiose Investments: Eine weitere Einnahmequelle ist die Angstökonomie: Viele dieser Portale schüren Ängste vor Finanzcrashs, „Great Reset” und Euro-Zusammenbruch – und bieten parallel Lösungen an (teils via Werbung/Partnerprogramme). So findet man in einschlägigen Publikationen oft Anzeigen für Gold- und Silberanlagen, den Kauf von physischen Edelmetallen oder Krisenvorsorge-Produkten. Das Motto „Rettet Euer Erspartes vor dem System!” zieht. Beispielsweise werden auf Compact-Veranstaltungen oder in seinen Sonderheften immer wieder Goldhändler als Sponsoren sichtbar. Achgut und Tichys Einblick publizieren regelmäßig Artikel, die Anleger in alternative Investments (Edelmetalle, Kryptocoins, Immobilien in „sicheren Häfen”) treiben – flankiert von Werbebannern entsprechender Anbieter. Diese Verquickung kann potentiell ins Betrügerische gehen: 2017/18 wurden in der rechten Szene etwa OneCoin (ein Krypto-Schneeballsystem) und dubiose „Infrastrukturprojekte” beworben, denen Gutgläubige aufsaßen. Alternativmedien bieten solchen Angeboten Zugang zu einer Zielgruppe, die staatlichen Stellen misstraut und daher eher auf private Vorsorge-Deals hereinfällt. Die fehlende Trennschärfe zwischen Inhalt und kommerzieller Empfehlung ist problematisch. So wurde Tichy z.B. vorgeworfen, über sein Netzwerk finanzielle Interessen zu verfolgen – er saß zeitweise im Beirat einer Finanzfirma, die auf TE warb.
- Merchandising und Abomodelle mit „Mehrwert”: Einige Betreiber haben Geschäftsmodelle an der Grenze zur Abzocke etabliert. Jürgen Elsässer etwa vertreibt neben seinem Magazin auch Bücher, Devotionalien („Mut zur Wahrheit”-T-Shirts) und veranstaltet kostenpflichtige Kongresse, die eher Propagandaveranstaltungen sind. Solche Produkte werden als Teil einer „Wahrheitsbewegung” vermarktet – die Käufer zahlen letztlich für ideologische Bestätigung. Auch Online-Kurse und Clubs existieren: Im Dunstkreis von KenFM entstanden z.B. Seminarangebote zur „Selbstbefreiung von der Schuldenknechtschaft” oder Gesundheitskurse mit pseudowissenschaftlichen Methoden – gegen Gebühr versteht sich. Es wird also versucht, die loyale Gefolgschaft zu monetarisieren. Die Grenze zum Betrug ist dort erreicht, wo falsche Heilsversprechen (etwa Finanzprodukte mit unrealistischen Renditen, Wundermittel gegen Krankheiten) gezielt an die Leserschaft gebracht werden. Auf Telegram werben einschlägige Kanäle regelmäßig für hochriskante Kryptowährungen oder Multi-Level-Marketing-Produkte, oft getarnt als Insider-Tipps.
Insgesamt entsteht der Eindruck eines eigenen Finanzökosystems: Alternativmedien finanzieren sich durch Gemeinschaften, die Geld in die Bewegung pumpen (Spenden, Käufe), und über Unternehmen, die von der verbreiteten Angst profitieren (Gold, Survival-Gear, Crypto). Die Portale agieren dabei teils als Drehscheibe zwischen verunsicherten Bürgern und grauen Finanzanbietern. Seriöse Beobachter warnen, dass hier ein Nährboden für wirtschaftliche Ausbeutung geschaffen wird, der Menschen in finanzielle Verluste treiben kann – parallel zur politischen Radikalisierung.
Ausländische Einflussnahme (Russland, China, USA)
Russland: Eine erhebliche Rolle in diesem Kontext spielt die russische Desinformationsstrategie. Viele der genannten Alternativmedien fungieren de facto als Verstärker russischer Narrative in Deutschland. Laut einer Analyse des Centers für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) traf die vom Kreml betriebene Desinformation zum Ukraine-Krieg hierzulande auf „dankbare Multiplikatoren aus der verschwörungsideologischen Szene” ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ). Bereits während der Corona-Pandemie bezogen sich Querdenken-Gruppen und russische Staatsmedien (RT DE) gegenseitig positiv aufeinander ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ). Portale wie Compact, Apolut, aber auch Achgut/Tichy bis zu einem gewissen Grad, verbreiteten fortlaufend pro-russische Propaganda: Sie stellten den Angriffskrieg gegen die Ukraine als Verschwörung des Westens dar (z.B. als „inszeniertes Ablenkungsmanöver” oder NATO-Provokation) und verharmlosten russische Kriegsverbrechen ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ). Jürgen Elsässer reiste in der Vergangenheit auf Einladung nach Moskau, Ken Jebsen interviewte gerne Gäste mit Nähe zum Kreml. Direkte Finanzierung aus Russland ist zwar schwierig nachzuweisen, doch die inhaltliche Deckungsgleichheit mit russischen Staatsmedien ist auffällig. So übernahm Compact wortgleich Schlagzeilen von Sputnik News, KenFM teilte RT-Beiträge, und Achgut publizierte Artikel, die gegen Russland-Sanktionen argumentierten, was der Kreml-Position entspricht. Diese Portale tragen somit objektiv zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Sinne Russlands bei. Der russische Staat wiederum hat über seine Auslandsmedien (RT, Sputnik) aktiv versucht, Alternativportale zu hofieren – beispielsweise erhielten deutsche Blogger Einladungen zu Konferenzen in Russland, Interviews auf RT oder Preise (der „Friedenspreis” an Jebsen 2017 durch einen kremlnahen Club). Die gegenseitige Verstärkung – russische Desinfo füttert Verschwörungsmedien, diese multiplizieren sie im Westen – ist gut dokumentiert ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ) ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ). Insofern kann man von einer ausländischen Einflussnahme insbesondere durch Russland sprechen, die über Alternativmedien-Netzwerke läuft.
China: Eine direkte chinesische Einflussnahme auf die hier betrachteten Portale ist weniger offensichtlich als die russische. Allerdings gibt es indirekte Effekte: Einige Verschwörungsnarrative (etwa zum Ursprung des Coronavirus als Biowaffe) deckten sich mit chinesischer Staatspropaganda und fanden Eingang in deutsche Alternativmedien. Umgekehrt verbreitete z.B. Epoch Times – die, obwohl anti-kommunistisch ausgerichtet, teils pro-chinesische Narrative bediente, solange sie ins Antiwest-Schema passten (z.B. Lob für Chinas strikte Lockdown-Maßnahmen als angeblich effektiver). Direkter ist der Einfluss eines chinesischen Sektennetzwerks: die bereits erwähnte Falun-Gong-Sekte hinter Epoch Times steuert damit einen wichtigen Akteur der Szene. Auch Apokalypsevorstellungen (Endzeit, die „kommunistische Partei wird vom Himmel bestraft” etc. – Falun Gong Rhetorik) fließen so ein. Summa summarum ist Chinas Rolle eher subtil und vermittelt über eigene „Alternativangebote” wie Epoch Times oder NTD (New Tang Dynasty TV), die allerdings fest in der deutschen Rechtsalternativ-Szene verankert sind (Epoch Times DE war 2020 das reichweitenstärkste News-Portal auf Facebook in Deutschland).
USA (transatlantische Verschwörungsströmungen): Aus den USA kamen in den letzten Jahren wichtige Impulse für Verschwörungsbewegungen, die in Deutschland von Alternativmedien aufgegriffen wurden. Allen voran QAnon: Die wahnhafte Vorstellung eines von Eliten betriebenen satanistischen Kinderschänderrings, ursprünglich um Ex-Präsident Trump kultisch erhoben, schwappte ab 2018/19 nach Deutschland. Portale wie Der Wahrheitskanal oder Telegram-Gruppen griffen QAnon-Ideen auf und verknüpften sie mit lokalem Kontext (etwa der Erzählung von geheimen „Adrenochrom”-Ernteverbrechen an Kindern durch deutsche Prominente). Alternativmedien trugen dazu bei, QAnon in Deutschland populär zu machen, indem sie z.B. die Narrative von US-Verschwörungsstars wie Alex Jones (InfoWars) verbreiteten oder auf Deutsch zusammenfassten. Die rechte Medienszene in den USA diente ohnehin als Vorbild: Begriffe wie „Deep State”, „Lügenpresse” (Fake News) und der Stil reißerischer YouTube-Shows sind vom amerikanischen Alt-Right-Milieu inspiriert. Gleichzeitig versuchten amerikanische Rechtsaußen-Akteure, Europa zu beeinflussen – Steve Bannon etwa knüpfte Kontakte zur AfD und indirekt zu deren Medienumfeld, das ja aus Alternativportalen besteht (Wie die AfD die Medienwelt verändern will – libmod.de). Antiglobalistische Verschwörungstheorien („George Soros lenkt die Migration”) wurden eins zu eins aus den USA übernommen. Somit ist die US-Einflussnahme eher ideologisch-kultureller Natur: Die deutschen Alternativmedien emulieren und importieren Narrative, die in den USA erdacht wurden. Auch technisch: die Nutzung alternativer Plattformen wie Parler, Gab, Telegram folgte dem Vorbild gesperrter US-Rechtsaktivisten nach 2020.
Nicht zuletzt hat auch die internationale Vernetzung unter Alternativmedien zugenommen. Deutschsprachige Kanäle kooperieren mit gleichgesinnten Medien aus Österreich (z.B. Auf1) und der Schweiz, aber auch mit US-Podcastern oder russischen YouTubern. In Summe entsteht ein transnationales Netzwerk, in dem propagandistische Inhalte grenzübergreifend ausgetauscht werden, oft entlang der Interessen autokratischer Staaten oder radikaler Ideologien. Deutschland ist hier kein isolierter Markt – die heimischen Alternativportale wirken als Brückenköpfe für ausländische Desinformation und als Übersetzer globaler Verschwörungsmythen ins Deutsche.
Strategien der Reichweitensteigerung und Publikumserweiterung
Trotz oft begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen haben es Alternativmedien geschafft, ihre Reichweite in den letzten Jahren deutlich auszubauen (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin) (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin). Dabei setzen sie auf eine Vielzahl von Strategien:
- Soziale Medien und alternative Plattformen: Zu Beginn nutzten Portale wie Tichys Einblick, KenFM oder Compact intensiv Facebook, YouTube und Twitter, um ein großes Publikum zu erreichen. Insbesondere YouTube diente als Multiplikator – KenFM hatte dort zeitweise über 500.000 Abonnenten. Nach Sperrungen (z.B. KenFM, Compact auf YouTube) wichen sie auf alternative Videoportale aus, etwa Odysee, Bitchute oder Rumble, sowie auf den Messengerdienst Telegram, der sich als zentrales Medium der Szene etabliert hat ([PDF] Mainstreaming und Radikalisierung in sozialen Medien). Telegram erlaubt unmoderierte Verbreitung an zigtausende Follower. Viele dieser Medien betreiben heute Telegram-Kanäle mit hoher Followerzahl (z.B. Compact >50.000, Apolut, Auf1 und diverse Querdenker-Kanäle teils über 100.000). Daneben sind sie auf alt-tech-Plattformen präsent, doch wie der Extremismusforscher Schwieter anmerkt, hat sich keine echte Alternative zu den großen Netzwerken herauskristallisiert – Facebook, Twitter und Telegram bleiben Schlüsselkanäle (Dubios, antisemitisch, selbstverherrlichend – die Welt der sog. Alternativmedien – ISD-GERMANY). Die Akteure wissen: Auf rein rechten Nischenplattformen würden sie v.a. bereits Überzeugte erreichen (Dubios, antisemitisch, selbstverherrlichend – die Welt der sog. Alternativmedien – ISD-GERMANY). Daher versuchen viele, trotz Spannungen, auf den etablierten Plattformen präsent zu bleiben (z.B. betreibt Tichys Einblick weiterhin professionelle Accounts auf Twitter/X und Facebook, oft knapp an den Richtlinien entlang, um nicht gesperrt zu werden). Insgesamt zeichnen sich Alternativmedien durch geschickte Multiplattform-Strategien aus – wo sie verbannt werden, verlagern sie die Audience auf eigene Apps oder Newsletter (Compact bot nach dem Verbot z.B. verstärkt E-Mail-Newsletter an, um seine Leserschaft zu halten).
- Emotionalisierung und Skandalisierung: Inhaltlich setzen Alternativportale konsequent auf emotional aufgeladene Themen, die Empörung oder Angst auslösen – denn solche Inhalte werden viel geteilt. Sie verstehen es, Trigger-Themen zu bedienen: Migration (Angst vor „Überfremdung”), Kriminalität (überzeichnete Einzelfälle), Corona-Maßnahmen (Freiheitsbedrohung), Klima (Dystopie eines Öko-Sozialismus) usw. Die Artikelüberschriften sind oft schrill und alarmistisch, z.B. „Wird der Great Reset unsere Freiheit vernichten?” oder „Migranten-Tsunami: Wie Merkel Deutschland flutet”. Damit erzeugen sie klickstarke Inhalte, die sich viral verbreiten – teils sogar über entsetzte Reaktionen im Mainstream. Traditionelle Medien griffen in Einzelfällen zunächst die „Skandale” aus Alternativmedien auf (etwa angebliche Straftaten von Flüchtlingen), bevor sie erkannten, dass sie damit deren Agenda befeuern. Matthias Meisner konstatiert, viele etablierte Medien hätten es Alternativmedien zu leicht gemacht, indem sie ihnen anfangs unkritisch Aufmerksamkeit schenkten (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin) (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin). Die Empörungsschleife – Rechtsblog schreibt Provokation, Leute teilen es wütend, Reichweite steigt – wurde gezielt eingesetzt. Desinformation ist dabei kein Bug, sondern ein Feature: Sensationelle Falschmeldungen (auch wenn später widerlegt) schaffen zunächst enormes Publikum. TE z.B. profitierte davon, dass seine Falschbehauptung zum Rosenmontagszug 2016 viral ging, bevor sie dementiert wurde (Nach angekündigtem Rückzug – Tichys Problem ist nicht die Erhard-Stiftung).
- Vernetzung und Cross-Promotion: Die Alternativmedien agieren keineswegs isoliert, sondern bilden ein eng verflochtenes Netzwerk. Autoren und Protagonisten treten gegenseitig in Erscheinung und bewerben sich. Beispiel: Ken Jebsen interviewte mehrfach Jürgen Elsässer; Elsässer schrieb Gasttexte für die „Junge Freiheit”; Achgut-Autoren wie Vera Lengsfeld oder Matthias Matussek traten bei Tichys Einblick auf; Julian Reichelt (ehem. Bild) holte Ex-Mitarbeiter von TE ins Team seines neuen Portals „Nius” (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin). Durch diese personellen Überschneidungen potenzieren sich die Reichweiten – jeder bringt seine Gefolgschaft mit. Auch gemeinsame Veranstaltungen (Bürgerforen, Konferenzen) dienen der Reichweitenerhöhung: Der von rechten Netzwerken organisierte „Neuen Medien Preis” oder Kongresse wie die „Anti-Zensur-Konferenz” in der Schweiz vereinen diverse Alternativmedien, die dann wiederum darüber berichten und Publikum austauschen. Auf diese Weise entsteht eine Echo-Kammer, die immer mehr Nutzer in ihren Bann zieht: Wer einem Kanal folgt, wird ständig auf die anderen hingewiesen. So findet ein Achgut-Leser vielleicht zu TE und dann zu Compact etc. – am Ende landet er im ganzen Paralleluniversum.
- Professionalisierung der Aufmachung: Einige Alternativmedien haben erkannt, dass Qualität in Technik und Design neue Leser anzieht, die vom amateurhaften Look der frühen Blogs abgeschreckt würden. Tichys Einblick und Achgut präsentieren sich optisch mittlerweile sehr ansprechend, mit Hochglanz-Websites und (bei TE) einem gedruckten Monatsmagazin, das in Bahnhofsbuchhandlungen auslag (bis Proteste es aus vielen Läden verdrängten). Diese Ästhetik der Seriosität soll Glaubwürdigkeit vermitteln und so auch gemäßigtere Bürger anziehen, die alternative Sichtweisen suchen, aber nicht in offen neonazistische Foren gehen würden. Ebenso nutzen sie professionelle SEO-Strategien – viele Artikel sind suchmaschinenoptimiert, um bei Google auffindbar zu sein, wenn etwa jemand nach „Impfung gefährlich?” sucht. Das erhöht den Zustrom an „zufälligem” Publikum.
- Anpassung an neue Formate und Zielgruppen: Um jüngere Menschen zu erreichen, experimentieren einige mit Plattformen wie TikTok, Instagram oder Twitch. Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt fest, dass Rechtsextreme zunehmend auf TikTok mit harmlos wirkenden Inhalten (Heimatvideos, Rechtsrap) Jugendliche ansprechen (Rechtsextreme Strategien in den Sozialen Medien | Digitalisierte Demokratie | bpb.de) (Rechtsextreme Strategien in den Sozialen Medien | Digitalisierte Demokratie | bpb.de). Während klassische Portale wie Achgut darauf kaum Präsenz zeigen, gibt es Influencer im Umfeld (z.B. junge YouTuber), die rechtes Gedankengut jugendgerecht verpackt weitertragen. Netzwerke wie die „Ein Prozent”-Bewegung produzieren Meme-Videos, die dann massenhaft geteilt werden. Alternativmedien binden diese neuen Influencer ein, indem sie sie erwähnen oder interviewen. So erweitern sie ihr Publikum in sonst schwer erreichbare Altersgruppen. Auch Podcasts sind ein wichtiges Instrument geworden – Achgut’s Podcast „Indubio” oder TE’s Podcasts konnten neue Hörer anziehen, die lieber Audio konsumieren.
Trotz aller Strategien mahnen Experten, die Reichweite der Gegenmedien nicht zu überschätzen (Dubios, antisemitisch, selbstverherrlichend – die Welt der sog. Alternativmedien – ISD-GERMANY). Christian Schwieter vom ISD betont, man solle nicht alles glauben, was die Alternativmedien über ihren eigenen Erfolg erzählen (Dubios, antisemitisch, selbstverherrlichend – die Welt der sog. Alternativmedien – ISD-GERMANY). Tatsächlich bleibt ihr Publikum – gemessen an Gesamtbevölkerung – eine Minderheit. Doch diese Minderheit ist lautstark und hochgradig vernetzt, sodass ihr Einfluss gesamtgesellschaftlich spürbar ist (siehe nächster Abschnitt).
Wirkung auf Bevölkerung und Politik: Radikalisierung, Wahlverhalten, Wissenschaftsskepsis, Demokratievertrauen
Die verstärkte Präsenz der Alternativmedien hat messbare Auswirkungen auf die gesellschaftliche Stimmung in Deutschland. Mehrere Studien und Beobachtungen weisen auf folgende Effekte hin:
- Polarisierung und Radikalisierung: Alternativmedien tragen zu einer Verschiebung des Meinungsklimas nach rechts bei (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin). Indem sie extremere Positionen kontinuierlich vertreten, verschieben sie den Overton-Fenster (den Bereich des Sagbaren) – etwa wurde rassistische Hetze, die einst tabu war, durch ihre ständige Wiederholung scheinbar normalisierter. Matthias Meisner schreibt, diese Parallelmedien hätten einen gewichtigen Anteil daran, „dass das Land nach rechts rückt” (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin). Gerade in Krisenzeiten (Flüchtlingskrise 2015, Pandemie 2020, Ukrainekrieg) fungieren sie als Einfallstor für Verschwörungstheoretiker ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ). Menschen, die solchen Medien folgen, neigen vermehrt zu radikalen Deutungen: So ergab die CeMAS-Umfrage, dass von den Corona-Protestierern 56% an eine Verschwörung im Ukrainekrieg glauben, gegenüber nur 9% bei Menschen ohne solche Mediendiät ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ) ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ). Die ständige Dämonisierung von Regierung, Migranten, Wissenschaftlern etc. kann bei Empfängern zu einer Entmenschlichung des politischen Gegners führen – eine Vorstufe von Gewaltakzeptanz. Tatsächlich radikalisierten sich manche Konsumenten solcher Portale weiter: Rechtsterroristen der jüngeren Zeit (etwa der Hanau-Attentäter 2020 oder der Bundeswehr-Offizier Franco A.) hatten Teile ihres Weltbilds aus Online-Verschwörungsquellen bezogen. Und im Dezember 2022 plante eine Reichsbürger-Zelle einen Staatsstreich – viele Mitglieder hatten zuvor die Erzählungen vom „Deep State” und einer erforderlichen „Erlöseraktion” über alternative Medien verinnerlicht (Im Kampf gegen die Neue Weltordnung) (Im Kampf gegen die Neue Weltordnung). Alternativmedien sind also Radikalisierungsmaschinen, die einzelne anfällige Personen bis hin zur Militanz treiben können.
- Einfluss auf Wahlverhalten: Die politischen Präferenzen des Publikums verschieben sich zugunsten von Parteien am Rand, vor allem der AfD. Alternativmedien werben teils offen für die AfD (Compact als quasi PR-Heft (Compact-Magazin: Muss der Staat seine Feinde schützen? | tagesschau.de)), oder sie propagieren Kernbotschaften, die deckungsgleich mit AfD-Parolen sind (Anti-Flüchtlingsstimmung, Anti-Euro, Anti-Klimaschutz). Somit fungieren sie als Vorposten der AfD im Medienbereich. Untersuchungen zeigen, dass AfD-Wähler ein überproportional hohes Misstrauen in etablierte Medien haben und stattdessen auf „eigene” Infoquellen setzen – genau diese Lücke füllen die Alternativportale. Umgekehrt befeuert der Erfolg der AfD die Alternativmedien: AfD-Politiker teilen fleißig Artikel von TE, Achgut & Co. in ihren sozialen Medien und bringen ihnen so neue Leser. Diese Wechselwirkung – Alternativmedien verstärken AfD-Rhetorik, AfD verstärkt die Medien durch Reichweitenteilung – stabilisiert einen Resonanzraum, der inzwischen millionenfach erreicht. In jüngsten Umfragen kletterte die AfD auf ~20%, was auch auf das Wirken der Gegenmedien zurückgeführt wird (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin). Sogar neue Parteien wie das von Sahra Wagenknecht geplante Bündnis versuchen, in diesem Umfeld Anhänger zu gewinnen; Meisner schreibt, mehrere Parteien „wurzelten” in den Parallelmedien, etwa die WerteUnion oder Wagenknechts Initiative (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin). Alternativmedien bieten somit den Nährboden und „Testmarkt” für politische Bewegungen jenseits der etablierten Parteien.
- Wissenschaftsskepsis und Verschwörungsglauben: Ein zentrales Merkmal dieser Portale ist die Ablehnung etablierter Wissenschaft und die Verbreitung alternativer Erklärmodelle. Dies trägt zu einer Erosion des Vertrauens in Wissenschaftler und Experten bei. Themen wie Klimawandel oder Pandemie zeigen das deutlich: Durch stetige Gegenpropaganda (Klimawandel ist „Hysterie”, Corona-Impfung „Genexperiment”) säten Alternativmedien Zweifel an gesicherten Erkenntnissen. Die Folge: Teile der Bevölkerung glauben Fake News trotz eindeutiger Faktenlage. Beispielsweise stimmte in Umfragen 2022 rund ein Drittel der Aussage zu, die Gefahren von COVID seien übertrieben dargestellt – was korreliert mit dem Konsum alternativer Quellen. Impfgegner-Bewegungen erhielten enormen Auftrieb, wodurch Deutschland eine der niedrigsten Booster-Impfquoten in Westeuropa hatte. Auch Klimaschutzgegner berufen sich gern auf Achgut/Tichy-Artikel, die den menschengemachten Klimawandel leugnen, was politische Maßnahmen erschwert. Desinformation in Medizinfragen (5G-Strahlung, Homöopathie etc.) kann zudem direkt Gesundheitsschäden verursachen, wenn Menschen z.B. keine Chemo wegen Verschwörungsdenken nehmen. Die Verbreitung von Verschwörungsmythen hat generell zugenommen: Der Glaube an geheim agierende Eliten, an „Great Reset”, an Bevölkerungsreduktion durch Impfungen usw. ist aus der Nische in ein relevantes Minderheitenphänomen gewachsen – maßgeblich befeuert von diesen Medien. Querdenker-Ideologie hat es bis in bürgerliche Schichten geschafft (etwa Lehrer oder Handwerker mit Telegram-Wahn). Hier zeigt sich die nachhaltige Wirkung der ständigen Delegitimierung von Wissenschaft durch Alternativmedien: Sie pflanzen ein extremes Skepsis-Saatkorn („Glaube nichts, was ‘die’ sagen!”), das rationalen Diskurs verunmöglicht.
- Demokratievertrauen und gesellschaftlicher Zusammenhalt: Vielleicht am gravierendsten ist die Wirkung auf das Vertrauen in Demokratie und Medien. Alternativmedien propagieren systematisch die Erzählung, wir lebten in einer „Scheindemokratie” oder gar Diktatur („Merkel-Diktatur”, „Corona-Regime”, „EU-Sowjetunion” sind Schlagworte). Sie diffamieren freie Presse als „Lügenpresse” und Institutionen als „Marionetten”. Das hat Spuren hinterlassen: Eine repräsentative Studie (Info-Monitor 2025) ergab, dass 34% der Deutschen das Gefühl haben, ihre Anliegen fänden in den etablierten Medien nicht statt (Über ein Drittel fühlt sich in Medien nicht vertreten – Studie | politik&kommunikation), und 7% lehnen die etablierten Medien explizit ab (Über ein Drittel fühlt sich in Medien nicht vertreten – Studie | politik&kommunikation). Es zeigte sich zudem ein klarer Zusammenhang zwischen Medienvertrauen und Demokratiezufriedenheit: Bürger, die den Medien skeptisch oder ablehnend gegenüberstehen, äußern viel häufiger systemkritische, demokratiezweifelnde Ansichten (Über ein Drittel fühlt sich in Medien nicht vertreten – Studie | politik&kommunikation). Anders gesagt: Wer Alternativmedien konsumiert (und Mainstreammedien misstraut), ist oft auch mit der Demokratie unzufrieden – eine Haltung, die diese Medien ja bestärken. Das ist gefährlich für eine offene Gesellschaft. Der Antisemitismusbeauftragte Michael Blume warnt vor einer „Spaltung zwischen realistischen und populistischen Medien” und betont, „wenn ein Mediensystem kaputt ist, stürzt die Demokratie ab” ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ). Alternativmedien unterminieren die gemeinsame Faktenbasis und delegitimieren demokratische Institutionen, was letztlich den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächt. Man denke an die Szenen vor dem Reichstagsgebäude im August 2020, als Demonstranten Reichsflaggen schwenkten – sie handelten im Glauben, das System illegitim und gestürzt sei, eine Überzeugung, die aus monatelanger Beschallung durch „Wahrheitsmedien” resultierte.
Zusammengefasst sorgen Alternativmedien für eine größere Verbreitung von Extrempositionen, beeinflussen die Wahlentscheidung zugunsten populistischer Kräfte, fördern Misstrauen gegen Wissenschaft und beschädigen das Vertrauen in demokratische Institutionen. Ihre Wirkung ist nicht isoliert – sie verstärkt bereits vorhandene Tendenzen (z.B. Unzufriedenheit) und kanalisiert sie in gefährliche Bahnen (z.B. politische Gewalt oder antidemokratische Bewegungen). Gleichzeitig fühlen sich viele Anhänger erstmals „verstanden”, weil die Alternativmedien ihre Vorurteile bestätigen – das erhöht die Kluft zu faktenbasiert informierten Bürgern.
Persönliche Netzwerke und personelle Überschneidungen
Die Landschaft der Alternativmedien ist personell stark vernetzt. Betreiber, Autoren, Influencer und politische Akteure bilden ein Geflecht, in dem Rollen und Plattformen oft wechseln oder überschneiden:
- Betreiber mit Vergangenheit in etablierten Medien: Auffällig ist, dass einige Köpfe der Alternativportale ursprünglich aus angesehenen Medien stammen. Roland Tichy war früher Chefredakteur großer Magazine; Henryk M. Broder schrieb für den Spiegel; Matthias Mattusek (Achgut) war bei der Welt; Boris Reitschuster (in Achgut/TE-Umfeld) war Focus-Korrespondent. Diese Abtrünnigen nutzen ihre alten Kontakte und ihr Renommee, um den neuen Projekten Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Sie ziehen auch Kollegen mit: So sitzt etwa bei Tichys Einblick ein früherer dpa-Journalist im Beirat, und Achgut gewann mit dem früheren ARD-Korrespondenten Burkhard Müller-Ullrich (heute Betreiber von Kontrafunk, einem rechts-alternativen Internetradio (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin)) an Expertise. Der Fall Julian Reichelt illustriert ebenfalls die Verzahnung: Nach seiner Entlassung als Bild-Chef gründete er das Portal Nius und holte Personal sowohl aus dem Mainstream (ehem. Bild-Hauptstadtbüroleiter) als auch aus Alternativmedien (ein Autor von Tichy’s Einblick) ins Team (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin). Diese personellen Transfers zeigen, wie verschwimmend die Grenze zwischen etablierter und alternativer Medienwelt inzwischen ist.
- Knotenfiguren und gemeinsame Initiativen: Bestimmte Personen fungieren als Knotenpunkte im Netzwerk. Jürgen Elsässer ist so jemand – er verkehrte in früheren Jahren mit Linken, später mit Pegida und AfD, schrieb für die rechte Wochenzeitung Junge Freiheit, trat bei AfD-nahen Veranstaltungen auf und versammelt bei Compact Autoren von ganz rechts bis verschwörerisch. Hans-Georg Maaßen (Ex-Verfassungsschutzpräsident) ist ein aktuelles Beispiel: Er schreibt Twitter-Posts im Duktus der Alternativmedien, trat im TE-Umfeld auf und leitet nun die WerteUnion, deren Internetpräsenz sich inhaltlich kaum von Achgut unterscheidet. Maaßen sitzt sogar gemeinsam mit Tichy im Vorstand einer Stiftung (Roland Tichy – Lobbypedia). Ein anderes Netzwerkzentrum ist Götz Kubitschek (Chefideologe der Neuen Rechten); er betreibt mit Sezession und Ein Prozent eigene Kanäle, aber es bestehen viele Querverbindungen: Kubitschek war Interviewpartner bei Compact, Autoren tauschen zwischen Sezession und Achgut, etc. Pegida und „Querdenken” fungierten als reale Treffpunkte, wo sich Blogger, YouTuber und Politiker persönlich kennenlernten. Bei Pegida-Spaziergängen sprach Elsässer zu den Massen; bei Querdenker-Demos tauchten alternative Medienmacher als Redner oder Berichterstatter auf (Bodo Schiffmann streamte live, Samuel Eckert lud Ken Jebsen per Liveschalte ein). Diese überschneidende Teilnahme schafft Vertrauen untereinander und führt zu Kooperationen.
- Politische Verbindungen: Die Nähe vor allem zur AfD ist kaum zu übersehen. Viele Alternativmedien agieren faktisch als „Vor- und Nachfeldorganisationen” der AfD. Es gibt personelle Überschneidungen: AfD-Politiker schreiben Gastbeiträge (ehem. AfDler wie Poggenburg publizierten in Compact), Mitarbeiter wechseln ins politische Lager (TE verlor 2019 einen Redakteur an die AfD-Bundestagsfraktion als Sprecher). Umgekehrt haben AfD-Leute wie Björn Höcke enge Verbindungen zu rechten Verlegern (Höcke erscheint in Kubitscheks Verlag, der mit Achgut-Leuten vernetzt ist). Think-Tanks und Vereine verstärken das Beziehungsgeflecht: Die Desiderius-Erasmus-Stiftung (AfD-nahe Stiftung) lud Referenten aus Alternativmedien ein; die „Bibliothek des Konservatismus” in Berlin veranstaltet Vorträge, wo Achgut- und TE-Autoren neben AfD-Prominenz auftreten. Dieses Milieu bildet einen Ideentransfer: Was in Blogs theoretisch diskutiert wird (z.B. „Umvolkung”-These), taucht wenig später in AfD-Parlamentssprache auf. Auch Sahra Wagenknechts neues Projekt wird von alternativen Medien umworben – sie bekommt bei TE/Achgut durchaus Zuspruch, weil ihr Anti-Establishment-Kurs andockt. Eine brisante Figur ist zudem Attila Hildmann (ehem. veganer Koch, jetzt antisemitischer Agitator): Er war kein Journalist, aber sein Telegram-Kanal (der „Wahrheitskanal”) hatte bis zu 100.000 Leser und er pflegte Austausch mit Akteuren wie Ken Jebsen. Ähnliches gilt für Xavier Naidoo (Sänger, QAnon-Gläubiger) – er trat in Videos von Verschwörungsmedien auf und lieferte ihnen Promi-Glanz, im Gegenzug unterstützten diese seine kruden Thesen.
- Gezielte Koordination? Es stellt sich die Frage, inwieweit das Netzwerk planvoll koordiniert wird. Zwar gibt es keinen zentralen „Chef”, doch es mehren sich Hinweise auf Absprachen: So tauchen oft gleichzeitig auf mehreren Portalen dieselben empörungsfördernden Stories auf – z.B. Fake News über Flüchtlinge oder gleichlautende Pro-Russland-Argumente. Dies könnte auf informelle Absprachen (via Chatgruppen zwischen den Machern) oder auf Agenda-Setting von außen (Stichwort russische Botschaften) zurückgehen. Bekannt wurde etwa ein Treffen 2019 in Schnellroda, wo Kubitschek, Elsässer, Sellner (Identitäre) und andere die Strategie für kommende Proteste (gegen Migrationspakt) besprachen – kurz darauf liefen koordinierte Kampagnen auf ihren Kanälen. Ebenso koordiniert wirkte die Kampagne gegen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkgebühren (#allesdichtmachen), wo zwar vordergründig Schauspieler agierten, aber Alternativmedien die Aktion orchestriert hypeten. Der Austausch hinter den Kulissen darf nicht unterschätzt werden. Netzwerkkarten von Extremismusforschern zeigen eng verwobene Cluster, etwa CeMAS identifizierte Knoten auf Telegram, wo verschiedene sonst separate Gruppen verbunden sind ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ).
Kurz gesagt, die personellen Netzwerke zwischen alternativen Medien und politischen/religiösen Akteuren bilden eine Parallelöffentlichkeit mit eigenen Eliten. Diese Eliten – Blogger, Ex-Journalisten, AfD-Politiker, Influencer – kennen und unterstützen einander. Durch diese Vernetzung erzielt das gesamte Spektrum eine größere Wirkung, als es isoliert möglich wäre. Für Beobachter wird es dadurch aber auch einfacher, das Phänomen zu durchschauen: Es sind oft dieselben Namen, die hinter verschiedenen Marken auftreten, und sie verfolgen ein gemeinsames Ziel – die Verschiebung der öffentlichen Meinung in ihrem Sinne.
Medienkritik und Einordnung durch seriöse Quellen
Seriöse Medien, Journalisten und wissenschaftliche Studien haben die genannten Portale und ihre Inhalte ausführlich analysiert und bewertet. Die Konsensmeinung in diesen seriösen Quellen ist, dass es sich bei Tichy, Achgut, Compact & Co um Medien handelt, die unter dem Deckmantel der Meinungsvielfalt Hass, Propaganda und Falschinformationen verbreiten. Einige exemplarische Einordnungen:
- Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) thematisiert in diversen Publikationen die Strategien und Gefahren der Alternativmedien. So warnt die BpB, rechtsextreme Akteure würden Social Media nutzen, um Jugendliche mit scheinbar harmlosen Inhalten anzufüttern, und so Desinformation und Hassrede zu streuen (Rechtsextreme Strategien in den Sozialen Medien | Digitalisierte Demokratie | bpb.de) (Rechtsextreme Strategien in den Sozialen Medien | Digitalisierte Demokratie | bpb.de). Die BpB stellt Unterrichtsmaterial bereit, um Schüler über diese „Fake News-Schleudern” aufzuklären.
- Correctiv und andere Faktenchecker haben zahllose Falschmeldungen aus diesen Medien widerlegt. Correctiv betitelt entsprechende Artikel oft mit „Faktencheck: Behauptung bei XY ist falsch” – etwa die angeblichen Ermittlungen gegen Seenotretter, die ein TE-Autor erfand (Nach angekündigtem Rückzug – Tichys Problem ist nicht die Erhard-Stiftung), oder erfundene Zitate auf Achgut. Diese laufende Richtigstellung zeigt, dass Alternativmedien häufig die Grenze zur gezielten Lüge überschreiten.
- Tagesschau / ARD-Faktenfinder: Das öffentlich-rechtliche Faktenfinder-Team analysiert regelmäßig Desinformationskampagnen. Es hat Alternativmedien als „Radikalisierungsbeschleuniger” bezeichnet und z.B. dargelegt, wie eng die Vernetzung mit der AfD ist (exklusiver Zugang zu AfD-Infos, gezielte Skandalisierung) (Wie die AfD die Medienwelt verändern will – libmod.de). In einem investigativen Bericht 2025 beschrieb die Tagesschau das Compact-Magazin offen als „rechtsradikal” und schilderte, wie der Staat versucht, sich gegen diese Feinde der Verfassung zu wehren (Compact-Magazin: Muss der Staat seine Feinde schützen? | tagesschau.de) (Compact-Magazin: Muss der Staat seine Feinde schützen? | tagesschau.de). Die Sprache in seriösen Medien ist hier ungewohnt deutlich: Compact wird als „Hetzblatt” und Gefahr für die demokratische Ordnung benannt (Compact-Magazin: Muss der Staat seine Feinde schützen? | tagesschau.de).
- Spiegel, Zeit, Süddeutsche: Diese Leitmedien haben in Leitartikeln und Dossiers wiederholt die gefährliche Rolle der Alternativportale hervorgehoben. Der Spiegel nannte Compact ein Heft voller „regelmäßiger Beschimpfungen und maßloser Verunglimpfungen” (»Compact«: Verfassungsschutz stuft Magazin als gesichert extremistisch ein – DER SPIEGEL) (»Compact«: Verfassungsschutz stuft Magazin als gesichert extremistisch ein – DER SPIEGEL). Die ZEIT schrieb kritisch über Achgut und Tichy; letztere bezeichnete Die Zeit einmal als Verbreiter von Ressentiments in feinem Gewand. Die taz titelte 2016 zu Achgut: „Scharf rechts abgebogen” (Die Achse des Guten – Wikipedia) – ein Befund, der heute noch zutrifft. Auch konservativ-bürgerliche Medien wie die FAZ oder NZZ äußerten sich skeptisch: Lorenz Jäger (FAZ) sah Achgut bereits 2009 im Fahrwasser der Neocons mit radikalem Anti-Islam-Kurs (Die Achse des Guten – Wikipedia); die NZZ warnte vor der Querfront von links (Wagenknecht) und rechts, befeuert durch gemeinsame Medien-Plattformen.
- Wissenschaftliche Studien: Forschungsinstitute und Stiftungen publizieren immer mehr Analysen zum Phänomen. Die Otto Brenner Stiftung legte Studien zur „Alternativmedien” vor, die sie als parallelgesellschaftliche Gegenöffentlichkeit charakterisieren, oft geprägt von populistischer Provokation und Faktenverdrehung (z.B. Studie „Medien und Flüchtlinge – Die Erfindung der Willkommenskultur?”, die Achgut & Co kritisierte (Medien und Flüchtlinge – Die Erfindung der Willkommenskultur)). Die Hanns-Seidel-Stiftung (CSU-nah) veröffentlichte 2021 eine Untersuchung zu QAnon, worin klar wird, dass die Verschwörungsmythen dieser Szene eine demokratiefeindliche Querfront bilden, angeheizt durch digitale Medien () (). Die Autoren sprechen davon, dass eine „alternative Wissenschaft” und „alternative Medizin” bewusst als perfides Schattenspiel etabliert werden, um dem realen Staat das Vertrauen zu entziehen (). Dies legt den Finger genau auf die Rolle der Alternativmedien. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet Teile dieser Medien. 2021 stufte es Compact, wie erwähnt, als erwiesen extremistisch ein (»Compact«: Verfassungsschutz stuft Magazin als gesichert extremistisch ein – DER SPIEGEL). 2022 kam RT DE (russisches Medium) auf die Verbotsliste, was den Druck auf deutsche Multiplikatoren erhöht hat.
- Thinktanks und NGOs: Organisationen wie CeMAS oder ISD Germany haben sich auf digitale Extremismusanalyse spezialisiert. CeMAS spricht von „Parallelmedien” und warnt, dass diese zur Fragmentierung der Öffentlichkeit führen ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ). ISD betont die latente Antisemitismus-Gefahr: Christian Schwieter warnte in der NDR-Doku „Schöne neue Parallelwelt – Netzwerke der Alternativmedien” 2022, dass in diesen Gegenmedien häufig kodierte antisemitische Feindbilder propagiert werden (Dubios, antisemitisch, selbstverherrlichend – die Welt der sog. Alternativmedien – ISD-GERMANY) (Dubios, antisemitisch, selbstverherrlichend – die Welt der sog. Alternativmedien – ISD-GERMANY). Damit ist gemeint, dass etwa von „Globalisten” oder „Finanzeliten” die Rede ist – Chiffren, die auf antisemitische Verschwörungen abzielen. Solche Einordnungen helfen, die demagogischen Muster hinter der scheinbaren Faktenhuberei der Blogs zu entlarven.
- Juristische Einordnung: Wie erwähnt, urteilte ein Gericht, Broders Achgut betreibe ein Geschäftsmodell aus „Hetze und Falschbehauptungen” (Die Achse des Guten – Wikipedia) – ein bemerkenswertes juristisches Zeugnis. Gegen Compact läuft ein Verbotsverfahren wegen Verfassungsfeindlichkeit (Compact-Magazin: Muss der Staat seine Feinde schützen? | tagesschau.de). Auch strafrechtlich waren einzelne Betreiber im Visier (z.B. Verfahren gegen Elsässer wegen Volksverhetzung, die teils eingestellt wurden). Insgesamt sendet der Rechtsstaat das Signal, dass einige dieser Portale an der Grenze zur Illegalität operieren, insbesondere wenn sie zur Verächtlichmachung von Minderheiten beitragen oder gar zu Gewalt aufrufen.
Abschließend lässt sich festhalten: Seriöse Quellen sind sich weitgehend einig, dass die sogenannten „alternativen Medien” eine Gefahr für die demokratische Gesellschaft darstellen. Sie tarnen sich als legitime Alternative zur „Mainstreampresse”, sind aber in Wirklichkeit häufig Ideologieschleudern mit geringer faktischer Basis. Die von ihnen betriebene Verunsicherung der Bürger, die Förderung von Extremismus und die Aushöhlung des Vertrauens in gemeinsame Institutionen werden in Qualitätsmedien und Studien immer wieder kritisiert und mit Beispielen belegt (Nach angekündigtem Rückzug – Tichys Problem ist nicht die Erhard-Stiftung) (»Compact«: Verfassungsschutz stuft Magazin als gesichert extremistisch ein – DER SPIEGEL). Zwar mag jedes dieser Portale für sich genommen nur eine begrenzte Reichweite haben, doch in der Summe bilden sie eine Parallelöffentlichkeit, die inzwischen zu groß ist, um sie zu ignorieren. Die demokratische Zivilgesellschaft – von Correctiv bis netzpolitik.org – reagiert darauf mit Aufklärung, Faktenchecks und Prävention. Beispielsweise deckte netzpolitik.org 2020 interne AfD-Gutachten auf, die Alternativmedien als Vernetzungstools der Partei entlarvten (Wir veröffentlichen das 1.000-seitige Verfassungsschutz-Gutachten …). Solche Recherchen tragen dazu bei, dass die Machenschaften transparenter werden. Dennoch bleibt die Herausforderung, die diskursive Gegenmacht der Alternativmedien einzudämmen, ohne dabei legitime Meinungsvielfalt einzuschränken.
Die Analyse zeigt: Tichys Einblick, Achgut, Compact & Co sind ideologisch klar rechts verortet (teils extrem), oft verschwörungsideologisch durchzogen und vernetzt mit einflussnehmenden Akteuren im In- und Ausland. Ihre Strategien haben ihnen beachtliche Reichweite und Wirkung verschafft – zum Schaden von faktenbasierter Debatte und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Es bedarf weiterhin kritischer Beobachtung und Aufklärung durch seriöse Medien und Wissenschaft, um diese Phänomene einzuordnen und der Bevölkerung die Manipulationsmechanismen bewusst zu machen. Nur so lässt sich der Angriff der Parallelmedien auf die demokratische Öffentlichkeit wirkungsvoll abwehren (Auf dem Alternatiefpunkt – KATAPULT-Magazin) ( Die Desinformierer | Jüdische Allgemeine ).
Quellen: (Ausgewählte aktuelle Recherchen und seriöse Quellen sind im Text direkt referenziert.)
https://journalistik.online/ausgabe-2024/gegenerzaehlungen-fuer-selberdenker/